{"id":148,"date":"2017-01-08T19:11:59","date_gmt":"2017-01-08T19:11:59","guid":{"rendered":"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/?p=148"},"modified":"2021-01-17T16:49:19","modified_gmt":"2021-01-17T16:49:19","slug":"die-leo-brachert-faltboot-werft-in-augsburg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/?p=148","title":{"rendered":"Die Leo Brachert Faltboot Werft in Augsburg"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-310\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Brachert-Prospekt-1958-1280-01.jpg\" alt=\"\" width=\"1272\" height=\"789\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Brachert-Prospekt-1958-1280-01.jpg 1272w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Brachert-Prospekt-1958-1280-01-300x186.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Brachert-Prospekt-1958-1280-01-768x476.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Brachert-Prospekt-1958-1280-01-1024x635.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1272px) 100vw, 1272px\" \/><\/p>\n<p>Aus der Brachert Werbung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nur wenigen Kanuten ist die<strong> Leo Brachert-Faltbootwerft<\/strong> heute noch ein Begriff, und nur wenig ist \u00fcber den Hersteller bekannt.<\/p>\n<p>Schade eigentlich, sagten sich ehemalige Freunde, langj\u00e4hrige Kunden und heutige Liebhaber der Boote aus Haunstetten, s\u00fcdlich von Augsburg.<\/p>\n<p>Hier der Versuch, einige Fakten und Hintergrundinformationen \u00fcber den Firmengr\u00fcnder und die Unternehmensgeschichte zusammenzutragen.<\/p>\n<h4>Start nach 1945<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend des 2.Weltkriegs arbeitet der <strong>gelernte Schlosser Leo Brachert<\/strong> (geb. 1895 in G\u00f6ggingen) beim Flugzeugbauer Messerschmitt AG. Das Unternehmen wird nach 1945 von den Alliierten gezwungen, die Produktion umzustellen &#8211; so wie alle ehemaligen R\u00fcstungsbetriebe in Deutschland, sofern sie nicht demontiert wurden. Anstelle von Jagdbombern mit Strahlantrieb stellt das Messerschmitt-Werk zun\u00e4chst Kocht\u00f6pfe her, sp\u00e4ter dann N\u00e4hmaschinen, Fertigh\u00e4user und \u2013 wenn auch an einem anderen Standort \u2013 die legend\u00e4ren Kabinenroller.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-311\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Fotos-von-Manfred-Blauhorn-03-Ausschnitt.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"293\" \/><\/p>\n<p>Leo Brachert, Foto im Fischereiausweis<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leo Brachert ist jetzt zwar nicht mehr beim ehemaligen Flugzeugbauer angestellt, kann jedoch einen <strong>Raum im Messerschmitt-Werk anmieten<\/strong>. Hier beginnt er schon bald mit der Faltbootproduktion. Doch viele f\u00fcr den Bootsbau ben\u00f6tigte Materialien sind nicht so einfach zu besorgen. Beispielsweise muss er die Bootsh\u00e4ute zun\u00e4chst aus Segeltuch herstellen. Abgedichtet werden die H\u00fcllen durch Aufstreichen von Naturkautschuk. Allerdings verarbeitet sein ehemaliger Arbeitgeber und heutiger Vermieter Alublech f\u00fcr die zivile Produktion, und von diesem Material bleiben so manche Reste \u00fcbrig. Die kann Brachert f\u00fcr seine Faltboote nur zu gut gebrauchen. Denn gezielt eingesetzt, lassen sich damit die besonders belasteten Stellen der Bootsger\u00fcste verst\u00e4rken. Wie lange das Mietverh\u00e4ltnis bei Fa. Messerschmitt besteht, ist heute nicht mehr zu ermitteln.<\/p>\n<p>Einem Hinweis zufolge, ist Leo Brachert mit seinen Faltbootarbeiten in den fr\u00fchen Nachkriegsjahren eine gewisse Zeit auch in den <strong>R\u00e4umen der benachbarten Fa. Bitz<\/strong> untergekommen. Das Unternehmen wird 1946 als Schreinerei gegr\u00fcndet und spezialisiert sich sp\u00e4ter auf den Modellbau. Auf jeden Fall wird viel mit Holz, Leim, Lack und Stoffen gearbeitet \u2013 Materialien, mit denen sich Leo Brachert bestens auskennt. Zuvor arbeitete der Inhaber Josef Bitz bei den Bayerischen Flugzeugwerken, sp\u00e4ter -wie Brachert- bei Messerschmitt und war w\u00e4hrend des Kriegs Kontrollleiter f\u00fcr die Fertigung der riesigen Lastensegler Me 321 und Me 323.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-312\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Prospekt-sp\u00e4ter.jpg\" alt=\"\" width=\"1277\" height=\"625\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Prospekt-sp\u00e4ter.jpg 1277w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Prospekt-sp\u00e4ter-300x147.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Prospekt-sp\u00e4ter-768x376.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Prospekt-sp\u00e4ter-1024x501.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1277px) 100vw, 1277px\" \/><\/p>\n<p>Aus einem sp\u00e4teren Brachert Prospekt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei den <strong>ersten Brachert-Faltbooten nach dem 2.Weltkrieg<\/strong> handelt es sich um ca. 380 cm lange <strong>Kurz-Einer<\/strong>. Die Ger\u00fcstl\u00e4nge ist m\u00f6glicherweise so kurz, weil einfach kein gr\u00f6\u00dferer Werkraum zur Verf\u00fcgung steht, um die Boote komplett aufzubauen. Manfred Blauhorn, einer seiner sp\u00e4teren Weggef\u00e4hrten: \u201eBereits damals f\u00fchrte er die Technik der formverleimten Spanten aus Esche ein. Sie gaben den Faltbooten auch ohne Bespannung eine sehr hohe Festigkeit. So konnten selbst beladene Boote an den Steven hochgehoben werden, ohne dass sie durchhingen.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-313\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Werbung.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"509\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Werbung.jpg 1280w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Werbung-300x119.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Werbung-768x305.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Werbung-1024x407.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens <strong>nach der W\u00e4hrungsreform im Juni 1948<\/strong> kommt in Haunstetten \u2013 bedingt durch eine bescheidene, meist regionale Nachfrage \u2013 etwas Schwung in die Faltbootproduktion. Brachert bietet aber nicht nur komplette Boote an, sondern auch die Neuanfertigung von Bootsh\u00e4uten f\u00fcr alle Fabrikate sowie Reparaturarbeiten an Ger\u00fcsten. Vermutlich Anfang der 1950er Jahre bezieht Leo Brachert auf einem gro\u00dfen Grundst\u00fcck in der Karl-May-Stra\u00dfe (sp\u00e4ter wird das Areal in Inninger-Stra\u00dfe umbenannt und dicht bebaut) eine eigene Werkstatt, die aus drei R\u00e4umen besteht. Das einfache, ebenerdige Geb\u00e4ude ist langgestreckt, verf\u00fcgt lediglich \u00fcber eine Holzofenheizung und nur einfach verglaste Fenster. Im Satteldach lagern die ges\u00e4gten, zuvor selbst ausgesuchten Eschenh\u00f6lzer. Die Bretter haben bereits f\u00fcnf bis sechs Jahre gesch\u00fctzt im Freien trocknen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Brachert entwickelt, baut und optimiert \u2013 der Beruf wird zur Passion<\/h4>\n<p>Leo Brachert verkauft seine Boote jedoch nicht, um m\u00f6glichst viel und gut zu verdienen. F\u00fcr ihn ist das Herstellen von Faltbooten eher ein Hobby, mit dem er in der kalten Jahreszeit zus\u00e4tzlich noch seinen Lebensunterhalt verdient. Die Auftr\u00e4ge werden bis in den Herbst eines jeden Jahres gesammelt und dann abgearbeitet, Zettel mit den Details der Bestellungen h\u00e4ngen an der Wand. Ab dem Fr\u00fchjahr nutzt \u201eOtac\u201c, [gesprochen: \u201eOtaz\u201c], so der Spitzname von Leo Brachert, die warme Jahreszeit f\u00fcr zahlreiche mehrw\u00f6chige Faltboottouren \u2013 meist gemeinsam mit Freunden und\u00a0 seinem \u00e4ltesten Sohn. Die kroatische Herkunft des Spitznamens (deutsch: \u201eVater\u201c) verr\u00e4t schon viel \u00fcber das bevorzugte Reiseziel.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-319\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-Doppel-Schluchten.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"879\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-Doppel-Schluchten.jpg 1280w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-Doppel-Schluchten-300x206.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-Doppel-Schluchten-768x527.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-Doppel-Schluchten-1024x703.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-Doppel-Schluchten-100x70.jpg 100w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/p>\n<p>Seine Frau arbeitet als Hebamme. Das Ehepaar Brachert zieht zwei Jungen gro\u00df: Leonhardt, genannt \u201eLolo\u201c (1928-1993) und Max, Rufname \u201eMaxi\u201c\u00a0 (1935-2016). Interesse am Faltbootfahren haben beide, aber Lolo arbeitet bei Brachert sen. auch in der Werkstatt mit und begleitet den Vater oft auf l\u00e4ngeren Fahrten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Spannende Touren<\/h4>\n<p>Die Fahrten mit Boot und Zelt f\u00fchren weit \u00fcber die bayerischen Gew\u00e4sser hinaus. Im fr\u00fcheren Jugoslawien sind es<strong> die Schluchten Montenegros<\/strong> mit den Fl\u00fcssen Vrbas, Drina, Lim und Tara, die sie faszinieren. Aber auch die <strong>Inselwelt der Kornaten<\/strong> hat es ihnen angetan. In Frankreich befahren sie u.a. Ain, Ard\u00e8che, Tarn und Chassezac, in der Schweiz sieht man sie auf dem Vorder- und Hinterrhein sowie auf dem Bodensee bis zum Rheinfall von Schaffhausen. Au\u00dferdem stehen Ammer, Amper, Inn, Loisach, Tiroler Lech, Ziller und lange Abschnitte der Donau auf dem Fahrtenplan. Auf dem offenen Meer und in der Regel auch auf den Fl\u00fcssen fahren sie mit Steueranlage. Ausnahme sind stark verblockte Passagen: Hier hei\u00dft es anlanden, Steuer demontieren und per Seilf\u00e4hre schr\u00e4g gegen die Str\u00f6mung &#8211; kontrolliert und umsichtig- flussabw\u00e4rts treiben.<\/p>\n<p><strong>Ein paar Eindr\u00fccke von diesen Reisen<\/strong> finden sich im Folgenden und unter <a href=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/?p=322\">Brachert und Blauhorn, Kornaten 1973<\/a>\u00a0 sowie unter\u00a0 <a href=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/?p=325\">Brachert und Blauhorn, Montenegro 1969\u00a0\u00a0\u00a0<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-343 size-large\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-03-e1610818496345-1024x689.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"579\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-03-e1610818496345-1024x689.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-03-e1610818496345-300x202.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-03-e1610818496345-768x517.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-03-e1610818496345.jpg 1193w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><\/p>\n<p>Zum Abendessen gibt\u2019s oft frischen Fisch, den der Otac von Hand selbst f\u00e4ngt. Denn der wei\u00df wie kaum ein anderer, wo in den ufernahen Gew\u00e4ssern Bachsaibling, Forelle und \u00c4sche stehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-415 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-11-e1610901600448-1024x522.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"438\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-11-e1610901600448-1024x522.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-11-e1610901600448-300x153.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-11-e1610901600448-768x392.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-11-e1610901600448.jpg 1190w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-961 size-large alignnone\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/12-5-2010_007-e1610901130143-1024x458.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"385\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/12-5-2010_007-e1610901130143-1024x458.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/12-5-2010_007-e1610901130143-300x134.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/12-5-2010_007-e1610901130143-768x343.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/12-5-2010_007-e1610901130143-1536x687.jpg 1536w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/12-5-2010_007-e1610901130143.jpg 1977w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><\/p>\n<p>Zum \u00dcbernachten bevorzugen die Bracherts ihr <strong>Tipi-Zelt<\/strong>. Begr\u00fcndung: Gegen\u00fcber den Steilwandzelten bieten die spitz zulaufenden Rundzelte den Insassen bei Steinschlag besseren Schutz. Vorausgegangen sind wohl schmerzhafte Erfahrungen bei \u00dcbernachtungen in den Balkanschluchten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-418 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-14-e1610818968866-1024x682.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"573\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-14-e1610818968866-1024x682.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-14-e1610818968866-300x200.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-14-e1610818968866-768x511.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Dias-Montenegro-1969-von-Manfred-Blauhorn-14-e1610818968866.jpg 1196w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><\/p>\n<p><strong>Ein Abenteuer bleibt ihnen allerdings verwehrt:<\/strong> Die Befahrung des Drin im Nordosten Albaniens. Das Balkanland hat bereits in den 1950er und 60er Jahren das Image eines \u201eNordkorea am Mittelmeer\u201c und ist zu dieser Zeit Synonym f\u00fcr rigide Selbstisolation und Steinzeit-Stalinismus.<\/p>\n<p>Manfred Blauhorn: \u201eDa auf normalem Weg keine Einreiseerlaubnis zu erhalten war, hat unser Freund Mattheus ein offizielles Schreiben an Enver Hodscha gerichtet, den Ersten Sekret\u00e4r des Zentralkomites der Partei der Arbeit Albaniens.<\/p>\n<p>Darin hat er die Bitte um Einreiseerlaubnis erg\u00e4nzt mit dem Angebot, dass wir auch einen albanischen Begleiter als Aufpasser akzeptieren, dem wir selbstverst\u00e4ndlich ein eigenes Boot und Zelt zur Verf\u00fcgung stellen w\u00fcrden. Auch f\u00fcr dessen Proviant w\u00e4ren wir aufgekommen.<\/p>\n<p>Leider kam nie eine Antwort\u2026!\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-342 size-large aligncenter\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-02-e1610819090735-1024x686.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"576\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-02-e1610819090735-1024x686.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-02-e1610819090735-300x201.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-02-e1610819090735-768x514.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Dias-Kornaten-1973-von-Manfred-Blauhorn-02-e1610819090735.jpg 1184w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3><strong>Gem\u00fctlicher Treff f\u00fcr lange Abende<\/strong><\/h3>\n<p>In der tourenfreien Zeit wird eine Art <strong>Laube auf dem Brachert-Grundst\u00fcck<\/strong> zum Kristallisationspunkt f\u00fcr Faltbootfreunde und einige Nachbarn. Bei der Laube handelt es sich um einen rechteckigen Bau aus Holz, Stein und rundum laufender Sitzbank, auf der -wettergesch\u00fctzt- bis zu 15 Personen Platz finden. In der Mitte der Laube brennt bei den zahlreichen Zusammenk\u00fcnften das offene Lagerfeuer \u2013 der Rauch kann durch eine \u00d6ffnung im Dach abziehen. Hier werden neue Fahrtenpl\u00e4ne geschmiedet, Freunde begr\u00fc\u00dft, alten Geschichten gelauscht, Lieder gesungen und \u00fcber Faltboote gefachsimpelt. Viele der Anwesenden sind von der inneren Einstellung, den ernsthaften Gedanken und der gradlinigen Lebensweise Leo Bracherts beeindruckt \u2013 er gilt in der Runde bald als Philosoph. Sp\u00e4ter, in den 1980er Jahren,\u00a0 wird in weiten Teilen der Bev\u00f6lkerung die R\u00fcckbesinnung auf Natur und Umweltschutz verst\u00e4rkt einsetzen, \u2013 Leo Brachert hat diese Haltung bereits Jahrzehnte zuvor gefordert und praktiziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dabei ist auch <strong>Karl Schreck und sein M\u00e4del<\/strong> (heute seine Ehefrau), und das hat eine Vorgeschichte. Etwa 1965 kommt es auf dem Staffelsee zum ersten Kontakt zwischen Leo Brachert und den beiden. Das Paar ist mit einem Klepper Aerius unterwegs \u2013 Leo Brachert und Sohn Lolo schippern in einer selbst gebauten Segeljolle \u00fcber den See. Wenig sp\u00e4ter sehen Karl Schreck und seine Freundin zum ersten Mal einen der schlanken Brachert Sport- und Wander-Einer, f\u00fcr den sich besonders die junge Dame sofort begeistert. Ihr Freund Karl arbeitet nur wenige Hundert Meter von der Brachert-Werft entfernt. Nach Feierabend f\u00e4hrt der junge Schreck in der Inninger Stra\u00dfe vorbei. Unter der Decke h\u00e4ngt ein fast neuwertiger Wander-Einer mit rotem Oberdeck, den er f\u00fcr kleines Geld gleich mitnimmt. Der Vorbesitzer hatte mit dem Boot wohl eine Havarie, so dass\u00a0 Meister Brachert das Unterschiff reparierte, indem er im Heckbereich auf etwa 1,5 m L\u00e4nge neues Hautmaterial ansetzte und quer zur Fahrtrichtung mit dem vorderen Teil vern\u00e4hte. Sicher keine elegante, jedoch Material sparende L\u00f6sung. Karl Schreck bestellt am selben Nachmittag noch ein zweites Boot. Sp\u00e4ter kommt ein <strong>Brachert-Wildwasser-Einer<\/strong> sowie ein<strong> Dreier-Kanadier<\/strong> hinzu, der jedoch bald wieder gegen einen <strong>Wander-Zweier<\/strong> in Zahlung gegeben wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_952\" style=\"width: 870px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-952\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-952 size-large\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000017-scaled-e1610900785676-1024x573.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"481\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000017-scaled-e1610900785676-1024x573.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000017-scaled-e1610900785676-300x168.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000017-scaled-e1610900785676-768x430.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000017-scaled-e1610900785676-1536x860.jpg 1536w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000017-scaled-e1610900785676-2048x1146.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><p id=\"caption-attachment-952\" class=\"wp-caption-text\">Schrecks Brachert Canadier<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_953\" style=\"width: 870px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-953\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-953\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000027-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"574\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000027-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000027-300x200.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000027-768x512.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000027-1536x1024.jpg 1536w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000027-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><p id=\"caption-attachment-953\" class=\"wp-caption-text\">Brachert Canadier an der Donau<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_959\" style=\"width: 870px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-959\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-959\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000012-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"574\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000012-1024x683.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000012-300x200.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000012-768x512.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000012-1536x1024.jpg 1536w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000012-2048x1365.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><p id=\"caption-attachment-959\" class=\"wp-caption-text\">Familie Schreck mit den Einzelpaddlern unterwegs<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_960\" style=\"width: 870px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-960\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-960 size-large\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000032-scaled-e1610820862413-1024x671.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"564\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000032-scaled-e1610820862413-1024x671.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000032-scaled-e1610820862413-300x197.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000032-scaled-e1610820862413-768x504.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000032-scaled-e1610820862413-1536x1007.jpg 1536w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/F1000032-scaled-e1610820862413-2048x1343.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><p id=\"caption-attachment-960\" class=\"wp-caption-text\">Schau an, was der Brachert Einer kann&#8230;<\/p><\/div>\n<h3>Typenvielfalt und Zubeh\u00f6r<\/h3>\n<p>F\u00fcr Werbung hat Leo Brachert vermutlich nur ein kleines Budget zur Verf\u00fcgung. Dennoch lassen sich zwischen 1950 und 1967 fast in jedem Jahr jeweils eine kleine <strong>Textanzeige in der Vereinszeitschrift \u201eKanu Sport\u201c<\/strong> nachweisen \u2013 Messebeteiligungen sind nicht bekannt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-962\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2021-3x-Brachert-Werbung-Kanusport.jpg\" alt=\"\" width=\"712\" height=\"176\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2021-3x-Brachert-Werbung-Kanusport.jpg 619w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2021-3x-Brachert-Werbung-Kanusport-300x74.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 712px) 100vw, 712px\" \/><\/p>\n<p>Dem Autor liegen Kopien von zwei schlichten, undatierten Prospekten vor. In ihnen stellt die Brachert-Werft\u00a0 zwei ihrer Boote vor, die beide einen Mittelkiel aufweisen. N\u00e4mlich den<strong> \u201eSport- und Wander-Einsitzer\u201c<\/strong> mit den Ma\u00dfen 445 x 65 cm sowie den <strong>\u201eSport- und Wander-Zweisitzer\u201c<\/strong> (520 x 80 cm). Zumindest die Gr\u00f6\u00dfenangaben des Einer decken sich nicht mit den Abmessungen der in der heutigen Faltboot-Szene noch existierenden Brachert Sport- und Wander-Einer: Diese verf\u00fcgen \u00fcber eine L\u00e4nge von 420 bis 430 cm und eine Breite 63 bis 66 cm Breite. Nicht aufgef\u00fchrt in diesen Unterlagen ist \u00fcbrigens der ebenfalls auf Kiel gebaute Wildwasser-Einer mit st\u00e4rkerem Kielsprung, breiterer Bodenleiter, ebenfalls gro\u00dfer Luke und Beckenst\u00fctzen, jedoch ohne Steuerbeschlag. \u00c4u\u00dferlich ist er dem Sport- und Wander-Einer sehr \u00e4hnlich. Die bekannten Brachert-Wildwasserboote messen 420 cm x 65 cm.<\/p>\n<p>Neben dem \u00fcblichen <strong>Zubeh\u00f6r<\/strong> wie Wander- und Wildwasser-Spritzdecke (auch f\u00fcr den Zweier), Stabtasche und Bootsrucksack, Paddel und Besegelung (nur f\u00fcr den Zweier) sollte noch der <strong>Brachert-Bootswagen<\/strong> erw\u00e4hnt werden. Dabei handelt es sich um eine sehr robuste, selbstentwickelte Konstruktion aus Holz, Alu-Beschl\u00e4gen und kr\u00e4ftigen Federn, die sich kompakt zusammenlegen l\u00e4sst. Die kugelgelagerten Laufr\u00e4der bezieht Brachert offenbar vom gleichen Hersteller, der auch die Pionier-Faltbootwerft beliefert.<\/p>\n<div id=\"attachment_963\" style=\"width: 870px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-963\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-963 size-large\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20150611_181537_ret-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"484\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20150611_181537_ret-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20150611_181537_ret-300x169.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20150611_181537_ret-768x432.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20150611_181537_ret-1536x864.jpg 1536w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/20150611_181537_ret-2048x1152.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" \/><p id=\"caption-attachment-963\" class=\"wp-caption-text\">Brachert Bootswagen aufgebaut<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_969\" style=\"width: 870px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-969\" loading=\"lazy\" class=\"size-large wp-image-969\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Brachert-Bootswagen-zusammengelegt-1024x676.jpg\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"568\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Brachert-Bootswagen-zusammengelegt-1024x676.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Brachert-Bootswagen-zusammengelegt-300x198.jpg 300w, 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wp-image-964\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/P1020015-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"701\" height=\"525\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/P1020015-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/P1020015-300x225.jpg 300w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/P1020015-768x576.jpg 768w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/P1020015-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/P1020015-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 701px) 100vw, 701px\" \/><p id=\"caption-attachment-964\" class=\"wp-caption-text\">Brachert Pedalerie f\u00fcr die Steuerung<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_965\" style=\"width: 706px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-965\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-965\" src=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2014-09-Brachert-Wanderzweier-Details-005.jpg\" alt=\"\" width=\"696\" height=\"392\" srcset=\"http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2014-09-Brachert-Wanderzweier-Details-005.jpg 600w, http:\/\/freunde-historischer-faltboote.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/2014-09-Brachert-Wanderzweier-Details-005-300x169.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 696px) 100vw, 696px\" \/><p id=\"caption-attachment-965\" class=\"wp-caption-text\">Die Pedale werden durch rote Gummib\u00e4nder in Position gehalten<\/p><\/div>\n<p>Von einer Serienproduktion der Brachert-Faltboote kann man eigentlich nicht sprechen. Daf\u00fcr ist Otac zu sehr an deren st\u00e4ndigen Optimierung interessiert: Die Wendigkeit zu verbessern und mit besten Laufeigenschaften zu vereinen \u2013 diese Herausforderung nimmt er gern an. <strong>Manfred Blauhorn<\/strong>: \u201eEs konnte durchaus vorkommen, dass innerhalb eines Jahres drei unterschiedliche Modelle von Wildwasserbooten gebaut wurden!\u201c \u00c4hnlich erinnert sich Karl Schreck: \u201eEr hat das gebaut, was sich die Leute gew\u00fcnscht haben. War die Konstruktion gelungen, wurden noch ein paar mehr Exemplare hergestellt!\u201c Die meisten Boote gehen an Kunden in S\u00fcddeutschland, aber auch im Gro\u00dfraum von Hamburg und K\u00f6ln gibt es eingeschworene Brachert-Freunde. Der Export spielt kaum eine Rolle, von wenigen Ausnahmen nach Frankreich und Gro\u00dfbritannien abgesehen.<\/p>\n<p>Die Brachert-Werft stellt \u00fcber einen Zeitraum von ca. 20 Jahren eine beachtliche Vielfalt an Faltbootmodellen her. Zu nennen sind Kurz-Einer, sportliche Wander-Einer und Wander-Zweier, Wildwasser-Einer, Eskis und Kurz-Eskis, Faltkanadier f\u00fcr ein, zwei und drei Personen sowie Faltsegeljollen. Nach Angaben von Max Brachert baute sein Vater auch starre Segeljollen und versuchte sich an einem Katamaran.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall z\u00e4hlt die Brachert-Werft zu den wenigen Herstellern, die deutlich mehr Faltboot-Einer gebaut hat als Zweisitzer. Betr\u00e4gt das Verh\u00e4ltnis von Einer zu Zweier nach 1945 bei Firmen wie Pionier und Marquardt ca. 50:50 und bei Klepper und Hammer eher 10:90, so wird bei Brachert die Relation mit etwa 90:10 v\u00f6llig auf den Kopf gestellt.<\/p>\n<h3>Feine Unterschiede<\/h3>\n<p>Bei den Brachert Sport- und Wandereiner lassen sich <strong>drei Produktionsphasen<\/strong> beobachten, in denen konstruktiv einige \u00c4nderungen eingeflossen sind. Grund waren sowohl praktische Verbesserungen als auch fertigungstechnische \u2013 sprich Kosten reduzierende \u2013 \u00dcberlegungen. In welchem Jahr die eine Phase begann und wann sie durch neue Konstruktionen abgel\u00f6st wurde, l\u00e4sst sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen:<\/p>\n<p><strong>Phase 1<\/strong>.\u00a0 Bei den fr\u00fchen Booten sind <strong>s\u00e4mtliche Spanten formverleimt<\/strong>. Zur Aufnahme der Steuerung ist ein 54 x 17 x 8 mm gro\u00dfer Alu-Block mit dem Achtersteven verschraubt. Der Sitz wird zwischen\u00a0 den Aussparungen der Bodenleiter gehalten.<\/p>\n<p><strong>Phase 2<\/strong>.\u00a0 Bei den sp\u00e4ter hergestellten Booten sind die beiden kleinsten Spanten in Bug und Heck nicht mehr formverleimt, sondern bestehen aus schmalen Brettchen, wie sie die meisten anderen Hersteller auch verwenden. Der<strong> Alu-Steuerblock wird ersetzt durch ein R\u00f6hrchen<\/strong>, das dem Steuerstift als F\u00fchrung dient. Verschraubt ist der Steuerbeschlag sowohl oben auf dem Heck als auch am senkrechten Teil des Stevens. Der Sitz wird mit einer flachen Holzscheibe in der Bohrung eines Bodenleiterbrettchens fixiert und zus\u00e4tzlich durch einen schwenkbaren B\u00fcgel an der Bodenleiter gehalten.<\/p>\n<p><strong>Phase 3<\/strong>. Bei der letzten Ausf\u00fchrung der Brachert-Einer werden ebenfalls die preiswerter zu fertigenden kleinen Spanten eingesetzt (s. Phase 2). F\u00fcr die <strong>Aufnahme der Steuerung<\/strong> hat Brachert einen kr\u00e4ftig dimensionierten <strong>Alu-Beschlag<\/strong> entwickelt, der \u00e4hnlich einem um 90\u00b0 Grad gedrehtem \u201eU\u201c auf den senkrechten Teil des Hecks geschraubt ist. Die Sitzarretierung erfolgt wie zuvor (s. Phase 2).<\/p>\n<p>Auch bei den <strong>R\u00fcckenlehnen<\/strong> gab es <strong>verschiedene Ausf\u00fchrungen<\/strong>. Zum einen die traditionelle Lehne mit zwei \u201eH\u201c-f\u00f6rmig angeordneten Brettchen. Dann eine Lehnenvariante bestehend aus einem einteiligen Brettchen, dessen Umrisse einer liegenden \u201e8\u201c\u00a0 nachempfunden sind. Dar\u00fcber hinaus sind auch einteilige, rechteckig ges\u00e4gte R\u00fcckenlehnen bekannt (die Ecken sind nat\u00fcrlich gerundet \u2013 so viel Aufwand musste sein!). Ob die unterschiedlichen Ausf\u00fchrungen bestimmten Produktionsphasen zugeordnet werden k\u00f6nnen, oder ob der Kunde unter mehreren Versionen aussuchen konnte, l\u00e4sst sich heute nicht mehr mit Sicherheit kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Bei dieser Lehnenform handelt es sich vermutlich um einen Eigenbau, passend zum aufblasbaren Klepper R\u00fcckenlehnen-Kissen.<\/p>\n<p>F\u00fcr so manchen Brachert-Kunden werden die im Verh\u00e4ltnis zu anderen Herstellern niedrigen Anschaffungskosten den Ausschlag gegeben haben. Hier ein <strong>\u00dcberblick \u00fcber die Listenpreise vergleichbarer Ein- und Zweisitzer von 1958 (in DM)<\/strong>:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"121\"><\/td>\n<td width=\"164\"><strong>Brachert<\/strong><br \/>\n<strong> Sport- u. Wandereiner\u00a0<\/strong><\/td>\n<td width=\"165\"><strong>Pionier<\/strong><br \/>\n<strong> 450 S<\/strong><\/td>\n<td width=\"165\"><strong>Klepper<\/strong><br \/>\n<strong> T6<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Faltboot<\/td>\n<td width=\"164\">335,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">498,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">482,&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Wanderspritzdecke<\/td>\n<td width=\"164\">25,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">36,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">35,50<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Rucksack<\/td>\n<td width=\"164\">17,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">18,&#8211;<\/td>\n<td rowspan=\"2\" width=\"165\">55,60<br \/>\n(inkl.)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Stabtasche<\/td>\n<td width=\"164\">17,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">25,&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Steuer (komplett)<\/td>\n<td width=\"164\">17,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">40,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">31,&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Paddel (1 Paar)<\/td>\n<td width=\"164\">18,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">19,50<\/td>\n<td width=\"165\">19,50<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Gesamtpreis<\/td>\n<td width=\"164\">429,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">636,50<\/td>\n<td width=\"165\">623,60<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>\u00c4hnlich sind 1958 die Relationen bei den popul\u00e4ren Zweisitzern:<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"121\"><\/td>\n<td width=\"164\"><strong>Brachert<\/strong><br \/>\n<strong> Sport- u. Wanderzweier<\/strong><\/td>\n<td width=\"165\"><strong>Pionier<\/strong><br \/>\n<strong> 520 Z<\/strong><\/td>\n<td width=\"165\"><strong>Klepper<\/strong><br \/>\n<strong> T8<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Faltboot<\/td>\n<td width=\"164\">395,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">515,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">537,&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Wanderspritzdecke<\/td>\n<td width=\"164\">36,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">55,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">56,&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Rucksack<\/td>\n<td width=\"164\">18,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">16,&#8211;<\/td>\n<td rowspan=\"2\" width=\"165\">58,60<br \/>\n(inkl.)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Stabtasche<\/td>\n<td width=\"164\">18,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">22,&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Steuer (komplett)<\/td>\n<td width=\"164\">17,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">40,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">31,&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Paddel (1 Paar)<\/td>\n<td width=\"164\">36,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">39,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">39,&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"121\">Gesamtpreis<\/td>\n<td width=\"164\">520,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">687,&#8211;<\/td>\n<td width=\"165\">721,60<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h4><\/h4>\n<h3>Sorgf\u00e4ltig gearbeitet und keine Massenware<\/h3>\n<p>Was die Produktionszahlen betrifft, so liegen nur aus dem Jahr 1953 halbwegs brauchbare Angaben vor: Umgerechnet auf die eingekaufte Menge an Faltboothaut werden in diesem Jahr ca. 25 Boote bezogen und verkauft. Das deckt sich mit Beobachtungen von Zeitzeugen, die von einer Jahresproduktion von 15 bis 25 Faltbooten ausgehen. Die St\u00fcckzahl der einzelnen Bootstypen ist entsprechend gering, einige Konstruktionen werden wohl kaum \u00fcber das Prototypen-Stadium hinausgekommen sein. Geht man von den oben erw\u00e4hnten Zahlen aus, m\u00f6gen insgesamt zwischen 300 und 500 Faltboote die Brachert-Werft verlassen haben. Sch\u00f6n, dass doch so manche \u00fcberlebt haben!<\/p>\n<p>Aber nicht nur beim Entwickeln von Spantenrissen und Anfertigen von Konstruktionszeichnungen kennt sich Leo Brachert bestens aus. Auch was das Handwerkliche betrifft, macht dem Otac kaum einer etwas vor: Das N\u00e4hen der Bootsh\u00fcllen, das Formverleimen der Spanten, die Tischlerarbeiten an den Ger\u00fcstteilen, das Anfertigen der verschiedenen Beschl\u00e4ge aus Alu-Blech, der bewusste Einsatz von Kupfer- und Alu-Nieten an unterschiedlich belasteten Stellen \u2013 Brachert vereint gleich mehrere Berufe in einer Person.<\/p>\n<p>Das Oberdeck der Boote kann wahlweise mit blauem oder rotem Baumwollstoff bestellt werden. Das Beziehen der Ger\u00fcste ist in den Anfangsjahren ausschlie\u00dflich Sache von Brachert sen. Als Unterschiffmaterial verwendet die Werft (wie andere Hersteller auch) gummierte Silberhaut, die heute nach \u00fcber 50, 60 Jahren hart, br\u00fcchig und klebrig geworden ist. Aber der Otac steht offensichtlich auch den damals neuen Materialien offen gegen\u00fcber. So ist zumindest die Existenz eines Brachert Wander-Zweiers mit Hypalonhaut verbrieft.<\/p>\n<h3>Ein zweites Standbein<\/h3>\n<p>Neben den Faltbooten entwickeln und bauen die Bracherts auch Sportb\u00f6gen, Pfeile und K\u00f6cher. Bei dieser Sportart werden nicht nur hohe Anspr\u00fcche an das K\u00f6nnen des Sch\u00fctzen gestellt, sondern auch an das Material der B\u00f6gen. So m\u00fcssen Pfeil und Bogen exakt aufeinander abgestimmt sein. \u00c4hnlich den Spanten im Bootsbau werden auch bei der Bogenherstellung mehrere schmale Holzleisten in Formen gehalten, gebogen und verleimt. Allerdings verwenden die Bracherts daf\u00fcr andere Holzarten als beim Faltbootbau. So kommen neben Esche u.a. auch Ahorn, Eibe, Haselnuss, L\u00e4rche und Ulme in Frage. Pfeile und\u00a0 K\u00f6cher runden das Angebot f\u00fcr die Sportsch\u00fctzen ab. Nach Auskunft von Karl Schreck, einem der jungen Freunde des Otac, hat sich vor allem Lolo auf die Bogenfertigung konzentriert. Der Vertrieb erfolgt \u2013 im Gegensatz zu den Faltbooten \u2013 auch \u00fcber den Handel, selbst Amerikaner z\u00e4hlen zur Kundschaft.<\/p>\n<p>Als 14-j\u00e4hriger Sch\u00fcler, der an zwei oder drei Nachmittagen pro Woche bei der Brachert-Werft sein Taschengeld aufbessert, ist Wolfgang Ettenhofer Anfang der 1960er Jahre mittendrin in der Faltboot- und Bogenfertigung. Nach \u00fcber 50 Jahren erinnert er sich noch gut: \u201e Meine Hauptaufgabe bestand darin, Pfeile f\u00fcr die Bogensch\u00fctzen herzustellen. Dazu z\u00e4hlte das Lackieren der Sch\u00e4fte, das Best\u00fccken der Pfeilenden mit Federn sowie das Anbringen von Metallspitzen am anderen Ende. Bezahlt hat Brachert nach abgelieferter St\u00fcckzahl. Es waren eigentlich nur Pfennigbetr\u00e4ge, aber an so einem Nachmittag wurden leicht \u00fcber 100 Pfeile produziert, und da kam dann doch einiges zusammen. Aber auch zum Entgraten der Alu-Beschl\u00e4ge f\u00fcr die Faltbootger\u00fcste hat mich der Senior eingesetzt. Und dabei habe ich gelernt, wie man mit der Feile richtig umgeht!\u201c Nach seinen Beobachtungen jobbte mit ihm zeitweise noch ein weiterer Sch\u00fcler. Dar\u00fcber hinaus h\u00e4tten noch zwei etwa 30-j\u00e4hrige M\u00e4nner mitgearbeitet. Beim Schneidern der Oberdecks, der Spritzdecken und Sch\u00fcrzen h\u00e4tte eine N\u00e4herin\u00a0 gelegentlich mitgeholfen.<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h3>Reparaturen noch 22 Jahre nach Produktionsende<\/h3>\n<p>Sp\u00e4testens Mitte der 1960er Jahre bricht in Westdeutschland die Nachfragen nach Faltbooten drastisch ein, viele Hersteller reduzieren ihr Verkaufsprogramm oder geben auf. Interessant daher die Frage: Bis wann wurden Brachert-Faltboote eigentlich gebaut? Bekannt ist, dass sich Leo Brachert 1967 aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden aus dem Betrieb zur\u00fcckzieht und damit die Produktion von kompletten Booten einstellt. Er stirbt 1974. Sein \u00e4ltester Sohn Leonhardt f\u00fchrt jedoch weiterhin Reparaturen durch. Am 2.9.1975 meldet er die Firma auf seinen Namen um.<\/p>\n<p>Und bis wann existierte eigentlich die Brachert-Faltbootwerft? Dass darauf die Antwort noch aussteht, zeigt die folgende Randnotiz: Im Sommer 1966 interessiert sich ein junges Ehepaar aus dem Raum Villingen-Schwenningen f\u00fcr die schnittigen Brachert-Wandereiner. Das erste Boot kaufen sie im Juni 1966, das zweite (baugleiche) einen Monat sp\u00e4ter. Das Paddler-Ehepaar unternimmt zahlreiche Touren auf Bodensee, Donau und anderen Gew\u00e4ssern, bei denen es wohl auch \u00f6fter zu \u201eGrundber\u00fchrung\u201c kommt. Am 21. Juli 1989 (so das Rechnungsdatum) bestellen sie eine neue Wildwasserspritzdecke lassen eines ihrer Boote bei der Werft in Haunstetten mit neuem Kielstreifen beziehen, den Lolo Brachert pers\u00f6nlich aufklebt. Im Herbst 1989 habe die Brachert-Werft &#8211; so die Auskunft des Ehepaars- dann keine weiteren Reparaturen mehr angenommen.<\/p>\n<p>Seit 1973 arbeitet Manfred Blauhorn im Umweltamt der Stadt Augsburg, der ehemalige Vorort Haunstetten ist l\u00e4ngst in die Gro\u00dfstadt eingemeindet. Zu Blauhorns Aufgaben geh\u00f6rt u.a., bei Betriebsschlie\u00dfungen zu pr\u00fcfen, ob Altlasten -z.B. Bodenverunreinigungen- hinterlassen werden. Vermutlich im Herbst 1993 bekommt er die Akte \u201eInninger Stra\u00dfe\u201c auf den Tisch. Verwundert stellt er fest, dass es sich bei der angegebenen Adresse um den Standort der Brachert-Werft handeln muss. Als er hinf\u00e4hrt, sieht er das Geb\u00e4ude kurz vor dem Abriss, T\u00fcr und Fenster stehen offen, ein Gro\u00dfteil der Einrichtung und Werkzeuge fehlt. Was er noch retten kann, ist das Firmenschild der Brachert-Werft. Das \u00fcbergibt er, zusammen mit einem Brachert Zweier-Kanadier, den er Jahre zuvor vom Otac erworben hat, dem 2003 er\u00f6ffneten Kanumuseum Augsburg am Eiskanal. Gegen\u00fcber Walter Schestak \u00e4u\u00dfert sich Jahre sp\u00e4ter auch Max Brachert entsetzt dar\u00fcber, dass er wenige Wochen nach dem Tod seines \u00e4lteren Bruders die alten Werkstattr\u00e4ume v\u00f6llig verw\u00fcstet vorgefunden habe, die Werkzeuge seien gestohlen und s\u00e4mtliche schriftlichen Unterlagen gepl\u00fcndert worden. Er wisse auch, wer es gewesen sei\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Brachert-Boote bereits in den 1920er Jahren?<\/h3>\n<p>Nachgewiesen ist, dass Leo Brachert ab 1926 in Haunstetten wohnte. In den \u00fcberlieferten Gewerbelisten f\u00fcr Haunstetten ist sein Name jedoch nicht verzeichnet. In einer kurzen Chronik hat Manfred Blauhorn im Juni 2002 die Aussage von Max, dem j\u00fcngeren Sohn von Leo Brachert, festgehalten, dass sein Vater und ein gewisser Herr K\u00f6nig in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen bereits erste Faltboote gebaut haben. Demnach sei sein Vater f\u00fcr die technische Entwicklung und K\u00f6nig f\u00fcr den kaufm\u00e4nnischen Bereich zust\u00e4ndig gewesen. Mit den Booten aus der Brachert-\/K\u00f6nig-Produktion h\u00e4tten die Augsburger Kanuten Beck und Besel sowohl den Wei\u00dfen Nil wie auch den Blauen Nil vom Sudan bis zur M\u00fcndung ins Mittelmeer bereist. Irgendwann seien Brachert und K\u00f6nig dann getrennte Wege gegangen &#8211; Gr\u00fcnde unbekannt. Weitere Informationen, die Hinweise auf die Brachert-Werft in der Zwischenkriegszeit geben w\u00fcrden, liegen bis jetzt nicht vor.<\/p>\n<p>Der oben stehende Beitrag st\u00fctzt sich auf die pers\u00f6nlichen und zum Teil Jahrzehnte zur\u00fcckliegenden Erinnerungen, Fotos und Unterlagen von Freunden und Angeh\u00f6rigen Leo Bracherts. Insbesondere bedankt sich der Autor bei Elisabeth Brachert, Manfred Blauhorn, Wolfgang Ettenhofer, Markus Heise, Dr. Rainer Mast, Ralf Pertsching von PATCOOL, Walter Schestak, Karl Schreck, Bruno Sproll, Familie Ziegler, den \u201eW\u00e4rtern\u201c des Kanumuseums Augsburg Walter Liegel und Gerd Walter f\u00fcr ihre Unterst\u00fctzung bei der Recherche.<\/p>\n<p>J\u00fcrgen Kronenberg, Michael Ertl<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Aus der Brachert Werbung &nbsp; Nur wenigen Kanuten ist die Leo Brachert-Faltbootwerft heute noch ein Begriff, und nur wenig ist \u00fcber den Hersteller bekannt. Schade eigentlich, sagten sich ehemalige Freunde, langj\u00e4hrige Kunden und heutige Liebhaber der Boote aus Haunstetten, s\u00fcdlich von Augsburg. Hier der Versuch, einige Fakten und Hintergrundinformationen \u00fcber den Firmengr\u00fcnder und die Unternehmensgeschichte zusammenzutragen. 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